Mit Ticovac begonnene Impfung mit Encepur fortsetzen?

Der FSME-Impfstoff TICOVAC ist so unverträglich, dass wir die sofortige Marktrücknahme fordern (a-t 2000; 31: 64). Von der Fortsetzung eines mit TICOVAC begonnenen Impfzyklus mit diesem Präparat raten wir ab.

Sollte trotz strenger Indikationsstellung die weitere Impfung angezeigt sein, raten wir zur Folgeimpfung mit ENCEPUR. Diese Vakzine ist nicht durch eine extreme Häufung von Unverträglichkeitsreaktionen aufgefallen.

Studien zur FSME-Impfung mit verschiedenen Impfstoffen (insbesondere zuerst TICOVAC, dann ENCEPUR) gibt es nicht. Wir kennen jedoch keinen plausiblen Grund, der dagegen spricht, eine mit TICOVAC begonnene Impfung mit ENCEPUR fortzusetzen.

Da Kinder trotz der vom Paul-EHRLICH-Institut empfohlenen Halbierung der Dosis auf 0,25 ml und trotz fiebersenkender Massnahmen häufig mit Kopfschmerzen und plötzlich ansteigendem hohen Fieber reagieren, ist die Nutzen-Risiko-Abwägung für TICOVAC negativ. Für unter
Zwoelfjährige gibt es derzeit keinen akzeptablen FSME-Impfstoff.

Angesichts des überwiegend benignen Verlaufs der Erkrankung bei Kindern erscheint die Vakzination in aller Regel entbehrlich.

Redaktion arznei-telegramm