Sollen wir unsere Kinder gegen Hepatitis-B impfen lassen?

Im Januar 1998 hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) eine neue Impfkampagne gestartet. Alle 11 - 15 jährigen Jugendliche sollen sich gegen Hepatilis-B impfen lassen.

Hepatitis-B ist ein Virus, welches eine akute Leberentzündung auslösen kann. In ungefähr 5% der Fälle gelingt es dem Erkrankten nicht, das Virus aus dem Körper zu eliminieren. Er wird zum chronischen Virusträger und andere können sich theoretisch an ihm infizieren. Die Infektion geschieht über Blut- und Sexualkontakte. Realistisch rechnet man in der Schweiz mit höchstens 1000 Neuinfektionen pro Jahr (1), wovon wahrscheinlich weniger als 1% später an einer chronischen Leberzirrhose oder an einem Leberkarzinom erkranken und sterben. Das BAG geht von etwas höheren Zahlen aus.

Würde in der Schweiz ein ganzer Schüler-Jahrgang von 85'000 Jugendlichen geimpft, hätten 84'900 Kinder davon keinen Vorteil. Sie würden aber unnötigerweise mit den Impfnebenwirkungen belastet(1).

Schwere Impfnebenwirkungen sind u. a. Allergien, Multiple Sklerose und jugendlicher Diabetes. In Frankreich hat man aus diesem Grunde die Impfkampagne - nachdem sie bereits vier Jahre lief - wieder abgebrochen.

Das bisherige offizielle Impfkonzept des BAG sah so aus, dass nur Risiko-Gruppen, d.h. medizinisches Personal, i.v. -Drogenkonsumenten und Neugeborene infizierter Mütter, geimpft wurden. Dadurch gelang es in den letzten fünf Jahren, die Anzahl der Neuinfizierten um die Hälfte zu reduzieren.

85'000 Jugendliche pro Jahr gegen Hepatitis-B zu impfen, kostet ungefähr 20 Millionen Franken. "Profitieren" davon könnten allerhöchstens 100 potentiell an Hepatitis-B-Neuerkrankte. Die Impfhersteller garantieren übrigens nur einen Impfschutz von fünf Jahren. Werden Elfjährige geimpft, sind sie vielleicht gar nicht mehr immunisiert, wenn sie wirklich ins risikoreiche Alter kommen. Wenn von einer Impfung weniger als jeder tausendste Geimpfte profitiert, alle anderen aber unnötigerweise einem Impfrisiko ausgesetzt werden, dürfen auch seltene Impfnebenwirkungen nicht ohne Weiteres akzeptiert werden(1).

"Hepatitis B passiert den Jugendlichen nicht einfach - Hepatitis B holt man sich"(1). Hepatitis B wird wie HIV (AIDS-Virus) über Blut- und Sexualkontakte übertragen. Erste Priorität aller Massnahmen muss nach meiner Ansicht die intensive Aufklärung der Jugendlichen über Hepatitis-B und AIDS haben.

Insgesamt bringt die generelle Hepatitis-B-Impfung mehr Nachteile mit sich(1). Dagegen ist die konsequente Impfung der Risikogruppen sinnvoll und soll unbedingt beibehalten werden.

Eine Frage bleibt laut Susan Boos von der Wochenzeitung vom 14.1.99 offen: Weshalb führt das BAG diese Hepatitis-B-Impfkampagne ausgerechnet jetzt durch - obwohl die Zahl der Erkrankten seit Jahren sukzessive sinkt? Ist es, weil die WHO schon lange eine generelle Hepatitis-Impfung fordert? Und weil die Schweiz mit dem BAG-Direktor Thomas Zeltner, so Susan Boos in ihrem Artikel, auf einen Sitz im Exekutivrat der WHO aspiriert? Oder ist es, damit die Firmen ihren neuen, gentechnisch teuer hergestellten Impfstoff sicher absetzen können?

Dr. med. Emil Breu, Bern
Homöo-News 1/99
Verein zur Förderung der klassischen Homöopathie

1) Arbeitsgruppe für differenzierte Impfungen
Postfach, 3000 Bern 9
Dres. med. P. Klein und H. U. Albonico