Hormoneinnahme beeinträchtigt Mammografie-Screening

Unter Einnahme von Hormonen nach den Wechseljahren lässt sich Brustkrebs in radiologischen Reihenuntersuchungen schlechter erkennen. 

Dies bestätigt erneut eine australische Studie mit über 100.000 Frauen, die an einem Screening-Programm teilnehmen. Die Sensitivität des Screening sinkt im Zweijahresintervall von 77% auf 65%. Das relative Risiko eines falsch-negativen Befundes steigt um 60% gegenüber dem von Frauen, die keine Hormone einnehmen. Die Spezifität sinkt von 95.1% auf 94.5%. 

Bei Hormonanwenderinnen besteht eine 12% höhere relative Wahrscheinlichkeit, dass sich beim Screening ein falsch-positiver Befund ergibt. Als Ursache wird die hormonbedingte höhere Strahlendichte des Brustgewebes angenommen. 

Vor einer Entscheidung für oder gegen die Hormoneinnahme sollen Frauen über diese Anwendungsfolge informiert werden. Möglicherweise kann kurzfristiges Absetzen vor der Brustuntersuchung sinnvoll sein. Dies bedarf jedoch weiterer Evaluation.  

Kavanagh, A.M. et al.: Lancet 2000, 355: 270-4

arznei-telegramm 2000 Nr. 2

Mammografie-Screening hat, wenn überhaupt, nur einen geringen Nutzen
(a-t 1999, Nr. 10: 101-8)

Eine aktuelle Metaanalyse begründet erneut  Zweifel an den Programmen
(Lancet 2000; 355: 129-34)