In vitro Studien

Sie beweisen mit wissenschaftlichen Methoden die Wirkungen homöopathischer Potenzen, insbesondere auch von Hochpotenzen.

1954 publizierte BOYD [15] seine äusserst gewissenhaft durchgeführte Studie über den Effekt von Mercuriuschlorid (HgCl2) D61. In einer kontrollierten Blindstudie mit über 500 Vergleichsuntersuchungen, welche über mehrere Jahre geführt wurde, konnte BOYD signifikant nachweisen, dass HgCl2 D61 die enzymatische Spaltung von Stärke beschleunigt. D61 liegt weit über der molekularen Grenze von 6x1023(Avogadrozahl), welche ihrerseits mit der D24 resp. C12 Potenzierung korrespondiert.

Ein gut erprobter wissenschaftlicher Test stellt der basophile Degranulationstest dar, der in der Allergologie bestens bekannt ist. Er basiert auf der Tatsache, dass sich bei allergischen Reaktionen die basophilen Granulozyten nach Kontakt mit Allergenen degranulieren, d.h. entleeren. Im Falle von basophilen Granulozyten bei allergischen Patienten konnten BOIRON und BELON 1982 [12] zeigen, dass Histamin C7 in 76 % der Fälle die Degranulation hemmt. Dieser Effekt konnte später reproduziert werden.

Eine ähnlich starke Hemmung der basophilen Degranulation in ca. 60% der Fälle durch eine Gabe von Apis mellifica C9 und C15 wurde durch POITEVIN, AUBIN und BENVENISTE 1986 erzielt (88). In weiteren Blindstudien zeigten Histamin C5, C15 und C18 resp. Apis C9 und C10 einen hoch signifikanten hemmenden Effekt auf die basophile Degranulation, welche durch Anti-IgE-Antikörper induziert wurde (POITEVIN, DAVENAS und BENVENISTE, 1986 (89). In einer ähnlichen Versuchsanordnung konnten auch SAINTE LAUDY und BELON (102) zeigen, dass homöopathische Potenzen eine Degranulation des Thrombozytenaktivierungsfaktors hemmen können.

Eine kontrovers geführte öffentliche Debatte umgab die wiederholten Studien von Prof. BENVENISTE, der seine Ergebnisse erst mit zwei Jahren Verspätung in «Nature» publizieren konnte (DAVENAS, BEAUVAIS et al., 1988 (24). Für viele Wissenschafter stellte sich nun die Gretchenfrage: kann man experimentelle Resultate gelten lassen, wenn sie sich nach bisher bekannten Naturgesetzen nicht erklären lassen? In zahlreichen Tests konnte die Gruppe um BENVENISTE zeigen. dass Anti-IgE-Antikörper bis zu einer D120 entsprechenden Verdünnung die Degranulation voll Basophilen beim Kontakt mit Anti-IgEAntikörper steigern konnten.

Unabhängige Untersuchungen die BENVENISTEs Versuchsanordnung reproduzierten, konnten keinen positiven Effekt zeigen (OVELGOENNE, 1992 (84); HIRST, 1993 (53), während BENVENISTE 1991 (10) fähig war, Teile der Studien von 1988 zu reproduzieren. Unabhängig von BENVENISTE entwickelt der französische Forscher SAINTE LAUDY ähnliche experimentelle Modelle und konnte sie mehrmals reproduzieren. Vollblutdilutionen 1:103 bis 1:109 führten zu einer hochsignifikanten Blockade der basophilen Degranulation im Blut von 18 atopischen Patienten, was die homöopathische Praxis mit Eigenblutnosoden unterstützt (102). 1993 konnte SAINTE LAUDY zeigen, dass die basophile Degranulation durch potenziertes Histamin bis zu C12 gehemmt werden konnte (103).

Andere ausführliche immunologische Studien von DAVENAS und POITEVIN (1987) zeigten eine statistisch hochsignifikante Stimulation von Mäuse-Makrophagen mit der Potenz Silicea C9 (23, 24). Weitere Studien zu Immunreaktionen von Mäusen wurden durch DOUCET-JABOEUF1982 am pharmakologischen Institut der Universität Montpellier durchgeführt [28]. Sie zeigten Wirkungen durch homöopathische Potenzen eines Thymusserumfaktors und eines Thymuspräparats.