Streit um Krebsmittel - Tamoxifen nicht besser als Placebo

Mitte April 1998 war die Medizinwelt aus dem Häuschen. Allem Anschein nach konnte das Mittel Tamoxifen das Brustkrebsrisiko um fast 50 Prozent mindern. Schon damals aber warnten Skeptiker, es sei überhaupt noch nicht abzuschätzen, wie heftig die Nebenwirkungen auf Dauer ausfallen würden.

Jetzt entbrennt neuer Streit. Eine britische und eine italienische Tamoxifen-Studie - beide veröffentlicht im Fachblatt "The Lancet" - zeigten, dass das Mittel nicht besser wirkt als ein Placebo.

Während an der früheren amerikanischen Studie über 13'000 Frauen teilgenommen hatten, waren es bei den beiden europäischen Untersuchungen nur 6000. Warum die Untersuchungen zu so widersprüchlichen Ergebnissen kommen, ist indes noch unklar.