Tierstudien

Ein oft benutztes Standardmodell sind Vergiftungsstudien. Diese datieren zurück bis zu den Experimenten von LAPP und WURMSER aus Strassburg (1955,1958 [76-78]).

Das Grundprinzip ist in allen Studien dasselbe: Labortiere werden mit einer toxischen Substanz vergiftet und können durch homöopathische Potenzen desselben Giftes geschützt oder entgiftet werden. Die homöopathische Potenz beschleunigt die Abbaurate des Giftes in Urin und Stuhl. Die ausgefeilteste und bestkontrollierte Arbeit stammt von Prof. CAZIN, Universität Lille (1986), der Blindstudien mit 696 Ratten, welche mit Arsen vergiftet wurden, anstellte. 12 Stunden nach einer oralen Vergiftung mit Arsen wurde potenziertes Arsen C5-C15, D10-D30 den Ratten injiziert. Alle Potenzen zeigten eine statistisch hochsignifikante Verbesserung der Arsensekretion in Stuhl und Urin und eine Senkung des Arsenspiegels im Blut [19].

CAZIN et al. publizierten 1987 eine Zusammenfassung dieser aussergewöhnlichen Studien [20]. Eine Übersicht über sämtliche Arbeiten unter CAZIN ist in zwei Dissertationen von GABORIT (1987) und CHAOUI (1988 [21]) zu finden, welche auch chemische und physikalische Einflüsse bezüglich dieses Entgiftungseffektes untersuchten.

Dasselbe Modell wurde bei künstlich induzierten Krankheiten bei Tieren angewandt. Ein Beispiel ist der durch Alloxanvergiftung induzierte Diabetes mellitus. Die Tiere konnten vor der Vergiftung potenziertem Alloxan (C7, C9) geschützt werden und entwickelten keinen oder nur selten einen Vergiftungsdiabetes. Die Resultate legen die Frage nach der therapeutischen Implikation dieser Untersuchungen nahe. Ist es denkbar sich gegen Vergiftungen durch Gaben desselben Giftes in homöopatischer Potenzierung zu schützen? Nach

SOUZA MAGRO (1986) kann dieApplikation von verschiedenen Potenzen von Gentamycin die Nierenschädigung durch dieses Medikament vermindern [106].

In einer Studie von GARDES (1989 führt Nalidixinsäure C7 zu einer signifikant schnelleren Ausscheiung dieses Antibiotikums im Urin [43]. Schliesslich war LABONIA (1986) fähig, Mäuse gegen die Vergiftung mit Bothropsschlangengift durch Verabfolgung des potenzierten Giftes zu schützen [71].

LINDE veröffentliche Übersichtsarbeit und eine Metaanalyse all dieser Intoxikationsstudien (1994 [80]). 105 Publikationen wurden nach strikten Kriterien untersucht; dabei zeigten 43% aller Studien eine hohe Qualität (mehr als 50% eines maximal erreichbaren Qualitätsstandards). Eine klare Mehrheit all dieser Studien zeigen einen signifikant positiven Effekt für homöopathische Potenzen. Die Qualität von Studien, welche mit hohen Dilutionen (also jenseits der Avogadrozahl) arbeiteten, war leicht besser, und positive Resultate zeigten 19 von 27 Studien. Im mittleren Dilutionsbereich zeigten nur 5 von 37 Studien keinen Effekt und von den positiven Studien waren mehr als 50% hochsignifikant. Die Autoren schliessen daraus, dass damit ein genügend sicherer Beweis für den Vergiftungsschutz solcher Präparate erbracht worden ist. LINDEs wichtige

Metaanalyse der klinischen Studien [79] wird weiter unten besprochen.

Prof. HARISCH und sein Team von der Veterinärmedizinischen Universität Hannover konnten biochemische Effekte mit verschiedenen homöopathischen Arzneimitteln auf das Glutathionsystem der Leber von Ratten, welche mit Carbontetrachlrid vergiftet wurden, zeigen (1984 [50], 1988 [52]). Verschiedene Effekte wurden auch durch die Applikation homöopathischer Arzneimittel an Ratten erzielt, um die Histaminausschüttung peritonealer Mastzellen zu stimulieren (1988 [52]).

HARISCH und KRETSCHMER publizierten 1990 [53] weitere Untersuchungen, welche verschiedene Effekte homöopathischer Potenzen auf Parameter des Lebermetabolismus zeigten. Im weiteren präsentierten sie eine Zusammenfassung ihrer zahlreichen Teste, welche Effekte bewiesen, die mit bekannten Theorien nicht erklärt werden können [51, 53].

ENDLER (1994/1996) publizierte Experimente, welche gut kontrolliert waren und von verschiedenen Gruppen reproduziert werden konnten. Sie zeigten, dass Thyroxin D30 (potenziertes Thyroidhormon) die Aktivität und die Metamorphosenrate von Fröschen signifikant unterdrückt [33-35].

Die bestbekannten klinischen Veterinärstudien wurden durch WOLTER [1966 [127]) über die Beeinflussung der Geburt durch homöopathische Potenzen gemacht. Caulophyllum D30 hat sich in blind-geführten Studien als ein wirksamer Wehenstimulator bei Mutterschweinen erwiesen.